Editionsgrundlagen - Ferdinand Beneke – Die Edition


F E R D I N A N D
B E N E K E

(1774 – 1848)
D i e  E d i t i o n
Kohle- und Kreidezeichnung von Minna Christine Rist (1809 - 1849) Quelle: Staatsarchiv Hamburg

F E R D I N A N D
B E N E K E

( 1 7 7 4 - 1 8 4 8 )
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Editionsgrundlagen

Zur Edition und zum Register
Der Tagebuchtext   
Der immense Umfang des Beneke–Tagebuchs und die Heterogenität der zum Tagebuch gehörenden Beilagen sowie der Umstand, daß das Gesamtcorpus abgesehen von einigen wenigen Seiten bis zum Beginn der Editionsarbeiten unveröffentlicht war, machte es nötig, die Publikation in mehreren Teilschritten vorzunehmen, um das Werk in einem zeitlich vertretbaren Rahmen abschließen zu können. Am Anfang steht die vorliegende Buchausgabe. Sie ist in vier Abteilungen untergliedert, deren Abgrenzung voneinander sich an biographischen und historischen Zäsuren orientiert und die infolgedessen die Zeiträume 1792 – 1801, 1802 – 1810, 1811 – 1816, 1817 – 1848 umfassen. Da zu erwarten stand, daß die 200jährigen Jubiläen der napoleonischen Ära, der Befreiungskriege und des Wiener Kongresses eine erneute Beschäftigung mit der Periode von 1811 bis 1816 in den historisch orientierten Wissenschaften wie auch darüber hinaus anregen würde, hat sich das Herausgeberteam entschieden, von der Chronologie abzuweichen und die dritte Abteilung auf die erste folgen zu lassen. Mit der 2019 erschienenen Edition der Jahre 1802 bis 1810 wird diese Lücke geschlossen.

Der Buchfassung folgt eine digitale Ausgabe. Während erstere im Interesse der Lesefreundlichkeit auf einen textkritischen Kommentar verzichtet, wird letztere mit sämtlichen textkritischen Angaben und überdies mit komfortablen Suchfunktionen versehen sein. Im Anschluß daran wird der Kommentar veröffentlicht, und zwar in Anbetracht der ungeheuren Fülle zunächst sukzessive online.
Unter diesen Voraussetzungen war es notwendig, die Buchfassung der Edition typographisch und gestalterisch so anzulegen, daß dem Leser ein möglichst präziser, authentischer Eindruck des Originals vermittelt und gleichzeitig eine quasi sich selbst erklärende Textgestalt vorgelegt wird, die den Verzicht auf textkritische Anmerkungen kompensiert.  
Der Wortlaut wird demnach zeichengetreu unter Berücksichtigung bedeutungstragender Eigenheiten der handschriftlichen Gestaltung wiedergegeben. Auch werden Benekes Zeichnungen und Skizzen aus dem Tagebuch an entsprechender Stelle als Faksimile abgebildet. Im Interesse der Lesefreundlichkeit werden nur diejenigen Streichungen und Korrekturen im Druck als solche wiedergegeben, die inhaltlich bedeutsam oder zum Verständnis notwendig sind (z. B. Diese Nacht war recht schwanger mit Unglück toll.) Marginal fortgeführte Sätze und supralineare Ergänzungen wurden stillschweigend in den Text eingefügt. Wo Beneke jedoch einen Kommentar auf dem Seitenrand plaziert oder eine Fußnote setzt, wird der Befund entsprechend wiedergegeben.

Unterstreichungen und Sperrungen folgen dem Original; eine signifikant größere Schrift wird als solche wiedergegeben. Wörter, die Beneke in Fraktur oder anderer besonders gestalteter Handschrift auszeichnet, finden sich kursiv abgedruckt. Nicht berücksichtigt wurde der Wechsel von deutscher in lateinische Schrift, wo er sich aus der damaligen Konvention ergibt, fremdsprachliche Texte, Lehnwörter oder aus einer Fremdsprache entlehnte Wortteile in lateinischen Buchstaben zu schreiben. Wo der Schriftwechsel bei Beneke dagegen der Hervorhebung dient, werden die lateinisch geschriebenen Worte und Namen durch Kursive wiedergegeben.
Unleserliche Wortteile sind mit einem [?] gekennzeichnet, Konjekturen werden in der für herausgeberische Zusätze reservierten Schrifttype (z. B. Herr Rode) wiedergegeben und nicht mehr entzifferbare ganze Wörter durch [uneslerlich] ersetzt. In Fällen, in denen es zu Textverlust z. B. durch beschädigtes Papier oder Tintenflecke gekommen ist, wird der Befund mit einem Stichwort beschrieben. Raum, der von Beneke für nachzutragende Informationen freigelassen, aber später nicht gefüllt wurde, wird mit [absichtliche Lücke] vermerkt.

Die Orthographie sowohl in Benekes Texten als auch in denen seiner Korrespondenten wird in ihrer ganzen zeittypischen Heterogenität, mit wechselnder Groß– und Kleinschreibung, unterschiedlichen Wortabständen bei Komposita (u. a. mit großen BinnenBuchstaben) und der oftmals eigenwilligen Interpunktion genau nach Vorlage wiedergegeben. Eine noch so behutsame Modernisierung hätte nach Ansicht der Herausgeber den Tagebüchern und ihren Beilagen mehr von ihrer Individualität und ihrem Zeitkolorit genommen, als dies durch die Übersetzung in Typographie zwangsläufig der Fall ist.
Benekes sprachlogische Fehler, Verschreiber und Inkonsistenzen, auch sein manchmal ungenauer Umgang mit der französischen und englischen Sprache wurden nicht korrigiert. Egalisierende Eingriffe erwiesen sich allerdings dort als unumgänglich, wo die Interpretation des Schriftbefundes zu keiner eindeutigen Lesart führt: So verwendet Beneke für die Konsonanten b, d, f und l nicht nur klar als Groß– und Kleinbuchstaben identifizierbare Formen, sondern auch eine dritte Schreibweise, die er sowohl für Groß– als auch für Kleinschreibung benutzt. Als Entscheidungshilfe für den Umgang mit dieser dritten Buchstabenform konnten einige Texte vergleichend herangezogen werden, die auch als Druck vorliegen. Demzufolge wurden die Anlaute von Eigennamen, Substantiven und Satzanfängen grundsätzlich mit einem Großbuchstaben wiedergegeben, ausgenommen den Fall, daß Beneke einen eindeutigen Kleinbuchstaben schreibt.  
Bis 1807 numeriert Beneke die Seiten des Tagebuchs noch mappenübergreifend, also fortlaufend durch; ab 1808, vorliegenden zweiten Abteilung, beginnt dann jeder einzelne Jahrgang mit einer ersten Seite. Im Druck stehen Benekes Seitenzahlen auf der Innenmarginalie, während ein senkrechter Strich innerhalb einer Zeile | das Ende einer Seite markiert. Beginnt die neue Seite mit einem neuen Absatz, fällt dieser Strich weg.  
Wo Beneke eine Seitenzahl oder einen Monatsbeginn vergessen hat, wurde die fehlende Angabe in eckigen Klammern ergänzt. Als Kopfzeile jeder Seite führt Beneke den Monat und das Jahr auf. Diese Kopfzeile ist – abgesehen von wenigen Fällen in den frühen Tagebuchjahrgängen, wo Beneke zusätzlich die einzelnen Lagen durchlitteriert – im Druck weggelassen worden, zumal der Zweck einer einfachen zeitlichen Orientierung durch die lebenden Kolumnentitel am Seitenende des Drucks erfüllt wird.

Der Zeilenfall wurde nicht berücksichtigt. Infolgedessen entsprechen Worttrennungen nur dann dem Original, wenn innerhalb eines Wortes ein Seitenwechsel stattfindet, nicht aber am Zeilenende. Dort, am Zeilenende, verzichtet Beneke oftmals auf einen Satzpunkt, der von den Herausgebern ergänzt wurde, wo es für das Verständnis des Textverlaufes nötig erschien. Der Gebrauch der Anführungszeichen wurde heutiger Praxis angeglichen. Weggefallen ist dadurch die zeittypische Wiederholung der Anführungszeichen bei wörtlicher Rede am Beginn jeder Zeile.
Ein durch schnellen Schreibfluß verschliffenes Wortende wird stillschweigend ergänzt, ebenso der Artikel „die“ um das ab und zu nicht erkennbare „e“ zur korrekten Schreibweise vervollständigt. Der Geminationsstrich wird ebenfalls stillschweigend aufgelöst. Die Suspensionsschleife wird in der Druckfassung nicht durch ein Sonderzeichen abgebildet, sondern vielmehr die jeweilige Abkürzung durch einen Abkürzungspunkt wiedergegeben.
Die vorkommenden Währungszeichen für (Reichs-) Taler und Mark werden wie im Original durch das entsprechende, seinerzeit auch im Buchdruck verwendete Symbol dargestellt, während z. B. Gulden, gute Groschen und Kreuzer von Beneke nur mit der gebräuchlichen Abkürzung durch Buchstaben notiert werden und demnach ihre Wiedergabe als fl., ggr. und xr. finden. Der Tagebuchtext ist insgesamt reich an Abkürzungen, die der Leser in den meisten Fällen mühelos selbst auflösen kann; darüber hinaus steht im Anhang dieses Bandes ein Verzeichnis der gängigsten Beneke-spezifischen Abkürzungen zur Verfügung.  
Eine Besonderheit stellen die von Beneke entwickelten Geheimzeichen dar, eine Mischung aus selbsterdachten, griechischen und von der Freimaurersymbolik beeinflußten Zeichen. Glücklicherweise ist es gelungen, das dahinter stehende System zu erkennen und den Text zum großen Teil zu entschlüsseln. Der Leser findet diese Stellen in Versalien abgedruckt.
Beneke verzeichnet in seinem Tagebuch die abgesandten und eingegangenen Briefe mit Nummern, aber auch mit speziellen Zeichen oder Buchstaben. Diese finden sich genau nach Vorlage in der Marginalspalte sowie auf dem dazugehörigen Dokument in den Beilagenteilen, sofern das Schriftstsück erhalten geblieben ist. Ein marginales Zeichen kann aber auch die Markierung eines besonderen Ereignisses innerhalb des Tagebucheintrags bedeuten.  


Beilagen und Anlagen
Die jeweiligen Abteilungen der Edition gliedern sich in Tagebuch- und Beilagenbände. Zu den letzteren zählen auch Anlagen, also Texte mit engem Bezug zum Tagebuch, die ursprünglich nicht oder nicht sicher zum Tagebuchbestand gehört haben, jedoch wichtige Hinweise zum Verständnis des Tagebuchtextes bieten. Dies gilt z. B. für Druckschriften, die dem Leser nicht ohne weiteres zur Hand sind, auf die Beneke jedoch im Tagebuch immer wieder Bezug nimmt.  
Die Beilagen bestehen aus Schriftstücken, die Beneke zwischen die Seiten des Tagebuchs gelegt oder selbst zu Konvoluten zusammengefaßt hat. Hierher gehören außerdem solche Dokumente, die ursprünglich im Tagebuch lagen, postum aber herausgezogen und anderwärts abgelegt und nunmehr zurückgeordnet wurden; schließlich solche Briefe, die aus anderen Archivbeständen stammen, aber die vorhandene Korrespondenz zu Briefwechseln vervollständigen, und hier insbesondere Benekes eigene Briefe. Die Wiedergabe dieser Schriftstücke folgt denselben Editionsgrundsätzen wie die des Tagebuchtextes. Einzig bei den Druckschriften wurde davon insofern abgewichen, als die Textauszeichnungen (Sperrungen, Kursive, Versalien) vollständig dem Originalbefund folgen.  
Die Dokumente der Anlagen und Beilagen sind im wesentlichen chronologisch angeordnet. Wo kein eigentliches Entstehungsdatum genannt ist oder zu ermitteln war, ist das Datum ausschlaggebend, an dem das Dokument im Tagebuch erwähnt wird, also Beneke vom Inhalt Kenntnis erhält. Da die von Beneke selbst aus mehreren Schriftstücken gebildeten Konvolute grundsätzlich im Zusammenhang erhalten bleiben sollten, ließ es sich in einigen wenigen Fällen nicht umgehen, von der chronologischen Abfolge abzuweichen.  
Jedem Schriftstück vorangestellt sind Dokumentnummern und ein knappes Regest.  
 
84  [Friedrich Ludwig Wilhelm Philipp von Vincke an FB, London, 2. Juni 1807; zum 13. Juni 1807. Beilage zu Nr. 83. Fundort: Tb. 1807 Bt.]

Beneke numeriert üblicherweise die Dokumente, die er als Beilage zu einem Jahrgang aufbewahrt, durch und notiert diese Nummer auch im Tagebuch. Deswegen steht sie zur besseren Orientierung des Lesers – zusätzlich zur üblichen editorischen Verzeichnung von Zusätzen dieser Art – auch über dem Regest. Typographisch davon abgesetzt ist die von den Herausgebern vergebene Dokumentnummer, die deshalb eingeführt werden mußte, weil nicht alle Schriftstücke in den Beilagen von Beneke eine Nummer zugewiesen bekommen haben. Die editorischen Dokumentnummern sind jahrgangsweise fortlaufend zugeordnet.

No. 8
17  [Anna Maria Christina Schepeler an FB, Hamburg, <19. Februar 1808>; zum 19. Februar 1808. Fundort: Tb. 1808]
[FB: 8.]

Das daran anschließende Regest enthält die üblichen Angaben (Verfasser, ggf. Adressat, Ort und Datum der Abfassung) entsprechend dem Schriftstück. Wenn diese Angaben indirekt ermittelt worden sind, stehen sie in spitzen Klammern; wenn sie nicht zu eruieren waren, ist dies ebenfalls vermerkt. Darüber hinaus stellt ein zweites Datum den Bezug zum zugehörigen Tagebucheintrag her. Außerdem wurden in die Regesten jene Hinweise aufgenommen, die in anderen Editionen einem textkritischen Kommentar vorbehalten sind, also Bemerkungen zu formalen Besonderheiten, Beschädigungen, Zusätzen von fremden Schreibern sowie ggf. zur Überlieferungsgeschichte.
Der Fundort verzeichnet, wo das Schriftstück heute aufbewahrt wird. Dabei sind folgende Siglen zu beachten: Tb. 1809 bedeutet, daß das Dokument zwischen den Seiten des Tagebuchjahrgangs 1809 liegt, Tb. 1809 Bt., daß es in dem von Beneke selbst angelegten Beilagenteil des betreffenden Jahrgangs zu finden ist. Eine einfache Signatur (wie z. B. C 34) bezieht sich auf den Familiennachlaß Beneke im Staatsarchiv Hamburg. Alle übrigen Provenienzen werden vollständig, also auch mit Nennung des Archivs bzw. der Bibliothek angegeben.


Abkürzungen in Regesten, Register und Begleitband
Bt. – Beilagenteil
FB – Ferdinand Beneke
fo. – Folium (Tagebuchseite)
JÜ – Jahresübersicht
o. O. – ohne Ort
o. D. – ohne Datum
PK – Plankammer (Staatsarchiv Hamburg)
StAHB – Staatsarchiv Bremen
StAHH – Staatsarchiv Hamburg
StAMS – Staatsarchiv Münster
SUB – Staats- und Universitätsbibliothek
Tb. – Tagebuch
< > – Verfasser/Ort/Datum erschlossen

Bei Konvoluten leitet ein übergeordnetes Regest die Wiedergabe der zusammen gehörenden Dokumente ein.
Darüber steht, wenn vorhanden, die von Beneke vergebene Nummer des Konvoluts: No. 2


[Konvolut aus zwei Einladungen von Jean Baptiste Bernadotte]
Ansonsten erhält jedes Schriftstück sein Regest, dem jeweils eine Nummer vorangestellt ist, die seine Zugehörigkeit zu dem betreffenden Konvolut und seine Position innerhalb des Konvoluts bezeichnet.  

2 [21:1. Jean Baptiste Bernadotte an FB, Hamburg, 6. Januar 1809; zum 6. Januar 1809. Ausgefüllter Vordruck mit Zusatz von FB. Fundort: Tb. 1809 Bt.]

3 [21:2. Jean Baptiste Bernadotte an Maria Magdalena Caroline Beneke und FB, Hamburg, 6. Januar 1809; zum 9. Januar 1809. Ausgefüllter Vordruck. Fundort: Tb. 1809 Bt.]

Die formale Gestaltung strebt an, die originale Struktur des Dokuments nachvollziehbar zu machen, wozu die Position der Gruß- und Schlußformel wie des Datums und der Anrede gehört. Einzig die handschriftlichen Vermerke über Empfang oder Beantwortung eines Schreibens oder über den Tagebuchbezug wurden unabhängig von ihrer tatsächlichen Position auf dem Schriftstück in der Zeile unterhalb des Regests zusammengefaßt. Das Vorhandensein von Siegel und Poststempel sowie die Adresse werden durchgängig am Ende eines Briefes aufgeführt, wobei der Zeilenfall der Adresse durch Schrägstriche gekennzeichnet ist. Schmuckränder und ähnliche Dekorationen des Briefpapiers werden im Regest beschrieben oder abgebildet.


Das Register
„Wie viel in einem Buche stekt erkennt man erst durch ein Register, dieses beweist die Nothwendigkeit es zu besizen und erhöht seinen Werth.“1 Von den bei Beneke genannten Personen konnten die überwiegende Mehrheit mindestens mit Vornamen, die meisten von ihnen auch mit weiteren biographischen Daten ermittelt werden.  
Das Register stellt die Referenzen nicht durch Seitenzahlen, sondern nach Tagebuchdaten her und folgt damit nicht allein der für eine Tagebuchedition naheliegenden Logik, sondern übernimmt damit zudem die Systematik von Benekes eigenen Namensregistern. Erwähnungen in den Jahresübersichten Benekes werden darüber hinaus mit Jü. gekennzeichnet.  
Für die in den Beilagenteilen (Bt.) versammelten Dokumente erschien es sinnvoll, drei Referenzen miteinander zu kombinieren, um eine zeitlich eingegrenzte Suche und ein schnelles Auffinden zu ermöglichen. Deshalb folgen auf die (editorische) Dokumentnummer des betreffenden Jahrgangs in Klammern das Entstehungsdatum und der Tagebuchbezug, sofern vorhanden. Wenn beide Daten zusammenfallen oder nur eines der beiden bekannt ist, steht in der Klammer auch nur ein Datum.

Smidt, Johann (1773–1857) Stud. theol. Jena, Prof. f. Philosophie u. Geschichte am Gymnasium, 1800–11 u. 1813-21 Senator, 1811 Notar, 1814 brem. Gesandter in Frankfurt a. M., 1815 in Wien, 1821 Bürgermeister (Bremen)
1802 15.1. 17.1. 13.2. 24.2. 4.4. 22.8. 31.8. 12.9. 14.9. 4.10. 6.10.–9.10. 11.10. 18.11. 21.11. 3.12. 5.12. 21.12. 1802 Bt. 11 (4.4.) 31 (23.8./22.8.) 33 (7.9./12.9.) 50 (18.11./21.11.) 1803 6.3. 17.4. 22.4. 10.5. 14.5. 15.5. 22.5. 27.5. 19.6. 26.7. 29.8. 2.9. 4.9. 11.9. 19.9. 25.9. 13.11. 15.11. 18.11. 20.11. 4.12. 14.12. 18.12. 1803 Bt. 39 (9.11./13.11.) 41 (13.11.)  

Die knappen biographischen Angaben sollen dem Leser ein Hilfsmittel an die Hand geben, sich der Identität einer Person zu vergewissern und sich vor Veröffentlichung des Kommentars durch die enorme Fülle von Benekes Kontakten hindurchzufinden. Wo immer es möglich war, informiert das Register deshalb über die Lebensdaten und die wesentlichen beruflichen Stationen der Männer sowie über die wichtigsten Verwandtschaftsbeziehungen insbesondere der Frauen, deren Biographien im allgemeinen nur schwer erforschbar sind. Für Frauen, die Beneke sowohl vor als auch nach ihrer Heirat erwähnt, bietet ein Querverweis mit der Wiederholung des Mädchen– bzw. Ehenamens am Ende des Registereintrages die Möglichkeit, die betreffende Person unter beiden Namen aufzufinden.  

Petersen, Emilie Charlotte, geb. Eckardt (1780–1859) 1803 § Johann Philipp P.; Tochter von Johann Christian Eckardt (um 1750–1800) u. Catharina Cäcilia Leve (*1760) 1803 18.3. 29.3. 21.4. 26.4. 10.5. 24.5. 25.5. 21.6. 28.6. 11.7. 12.7. 15.7.–21.7. 24.7.–26.7. 31.7. 1.8. 9.8. 10.8. 17.8. 18.8. 22.–23.8. 2.9. 24.9. 25.9. 7.10. 11.10. 14.10. 18.10. 31.10. 16.11. 18.11. 20.12. 16.10. 1810 21.1. 31.1. 22.2. 11.4. 13.4. 28.7. 20.11. 3.12. 10.12. s. a. Eckardt

Nicht alle Personen konnten ermittelt werden, und einige der nur abgekürzt erscheinenden Namen ließen sich nicht eindeutig auflösen. Darüber hinaus finden sich in den Jahren der französischen Besetzung Hamburgs in der Korrespondenz zwischen Beneke und Ludwig von Vincke im Zusammenhang mit politischen Themen einige Namen, bei denen es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Pseudonyme bzw. um verschlüsselte Länder- und Ortsnamen handelt. Daß sich hinter „Ebra“ eigentlich England verbirgt, ist denkbar, aber nicht zu beweisen; andere Namen ließen sich gar nicht auflösen und finden sich deshalb auch nicht im Register.  
Zudem „bestätigt es sich in der Tat, daß nichts schwerer ist, als einfach festzustellen, welche Namen Personen führten, wann und wo sie geboren wurden und wann und wo sie starben,“ wie schon Fontane notierte. 2 Um die von Beneke erwähnten Personen zu identifizieren, die Angehörigen großer Familienverbände oder Träger gleichen Namens auseinanderzuhalten, ihre berufliche Stellung zu präzisieren, um Vornamen zu ergänzen oder die Schreibweise eines Namens zu klären, wurden neben gängigen und teils auch entlegenen biographischen Nachschlagewerken Stammtafeln der Genealogischen Sammlungen in den Staatsarchiven Hamburg und Bremen, Kirchenbücher und Adelslexika, Staats– und Hofkalender, Adreßbücher, Universitäts- und Schulmatrikeln, Subskribentenverzeichnisse u. v. a. m. herangezogen. Darüber hinaus wurde in vielfältiger Weise auf zeitgenössische und aktuelle Spezialliteratur zurückgegriffen. Wo eine eindeutige Zuweisung möglich war, wurde der Rufname kursiv gesetzt.
Bisweilen ließen sich auch nach intensiver Recherche keine detaillierten Angaben ermitteln. In diesen Fällen beschränkt sich das Register darauf, die Personen mit ihrem Namen und entsprechend dem Familienstand als Herr, Frau oder Fräulein aufzunehmen oder auch den militärischen Rang zu nennen; dazu wird nach Möglichkeit der Ort genannt, an dem die Person lebte oder mit Beneke in Kontakt trat, um eine schnellere Zuordnung zu erleichtern.  

Fräulein Scholing Tochter d. Landrentmeisters u. Gastwirts Heinrich Arnold S. (1740–1822) u. Dorothea Caroline Christiane Diederichs (1753/54–1808) in Pyrmont 1805 27.8.

Die Namensschreibungen variieren bei Beneke und seinen Zeitgenossen stark, und gerade die Verschriftlichung eines nur gehörten Namens bietet eine Fülle von unterschiedlichen Schreibmöglichkeiten. Deshalb schien es wenig sinnvoll, sämtliche Varianten aus dem Tagebuchtext in das Register aufzunehmen und jeweils durch Verweise untereinander zu verknüpfen. Das Register führt infolgedessen die (mutmaßlich) korrekte oder wenigstens gebräuchlichste Namensform auf, wobei der Lautstand der eigenhändigen Unterschrift Priorität genoß, wenn eine Person mit einem Schriftstück in den Beilagenteilen vertreten ist. Nur stark abweichende und dadurch schwer auffindbare Schreibweisen wurden mit entsprechendem Querverweis zusätzlich aufgenommen. Die mit C geschriebenen Personen- und Ortsnamen sollten im Zweifelsfall auch unter K gesucht werden (und umgekehrt), ebenso lohnt bei F ein Blick auf V sowie bei I auf J, was auch für Binnenbuchstaben gilt.
Aufgenommen wurden nicht nur Einzelpersonen, sondern auch „Personenvereinigungen“ wie Vereine, Kollegien, Senate usw., und zwar jeweils unter dem Ort, an dem sie ansässig waren. Nur einige nicht ortsgebundene und überregional tätige Vereine und Kommissionen mußten separat aufgeführt werden. Die mit Abstand größten und am häufigsten genannten „Personenvereinigungen“ stellen militärische Verbände dar.

Die Aufnahme der Ortsnamen in das Register erfolgte in der Regel in deren heute üblichen Schreibung. Nur bei ausländischen Orten, für die es eine gängige deutsche Bezeichnung gibt, wurde die deutsche verwendet (z. B. „Brüssel“ statt „Bruxelles“). Städte und Dörfer, die zur Zeit Benekes eine selbständige Einheit darstellten, haben dabei jeweils ein eigenes Lemma erhalten. Die heutige Verwaltungszugehörigkeit ist nicht berücksichtigt. So findet man beispielsweise die jetzigen Hamburger Stadtteile Altona, Eppendorf, Hamm usw. nicht unter „Hamburg“, sondern an der entsprechenden Stelle im Alphabet. Dagegen sind die Hamburger Vorstädte Hamburger Berg und St. Georg unter Hamburg zu finden. Zur besseren Orientierung oder zur eindeutigen Identifizierung ist oftmals ein nahegelegener bekannterer Ort hinzugefügt. Aufgenommen wurden ferner Schlösser, Burgen, Landgüter etc., Flüsse und Gebirge sowie Territorien und Staaten – letzteres jeweils in der zum Zeitpunkt der Erwähnung im Tagebuch gültigen Form.

Hierbei wird, wo nötig, zwischen der Bezeichnung eines staatlichen Territoriums und einer Landschaft unterschieden. „Westfalen“ beispielsweise erscheint also als (zu Kurköln gehöriges) Herzogtum, als Landschaft bzw. Reichskreis, ab 1807 in der Schreibweise „Westphalen“ als Königreich.  
Die Fülle der Ortsnamen vermittelt einen Eindruck von Benekes Interesse an den Brennpunkten der europäischen Politik. Vor allem aber spiegelt sich hier seine Leidenschaft für Geographie und Reisen, die sich auch in der Lektüre von Reisebeschreibungen und anderweitiger Literatur niederschlug. Darüber hinaus geben die Ortsnamen ein Bild von der – auch räumlich – ausgedehnten Korrespondenz mit auswärtigen Bekannten und Geschäftspartnern. Insofern umfaßt das Register deutlich mehr Ortschaften, Städte und Staaten als Beneke aus persönlicher Anschauung kannte.  
Schließlich enthält das Register Namen von fiktiven Personen, die Romanen, Theaterstücken usw. entstammen. Diese Personen sind im Register leicht dadurch erkennbar, daß dahinter das literarische Werk vermerkt ist, in dem sie vorkommen. Die Belegstellen weisen jede Erwähnung der betreffenden fiktiven Person nach, gleichgültig ob Beneke sich im Tagebuch tatsächlich auf das literarische Werk bezieht oder metaphorischen Gebrauch von dem betreffenden Namen macht, um tatsächliche Personen damit zu charakterisieren. Vor allem aber geben die Einträge einen Einblick in die weitgespannten geistigen Interessen und die Literaturrezeption. Diese Art der Verzeichnung spiegelt zudem wieder, daß Beneke in den Tagebüchern oft auf die Nennung des Autors oder die eindeutige Bezeichnung eines Werks verzichtet und eher auf ein Werk anspielt als daraus zitiert, so daß eine Aufnahme von Werken unter dem Lemma ihres Verfassers oder Komponisten wenig Sinn macht und eine Vollständigkeit suggerieren würde, die wahrscheinlich nicht einmal nach dem Abschluß eingehender Forschungen zu erreichen ist.
Insgesamt haben die Herausgeber angestrebt, mit den genannten Kategorien und Elementen wie Zeitleiste und Register einige Hilfsmittel vorzulegen, die nicht nur die enorme Textmenge strukturieren und dem Leser Orientierung verschaffen, sondern auch eine Art „geistiger Landkarte“ Ferdinand Benekes darbieten.

1 Alexander von Humboldt an Johann Georg von Cotta, 7. Juni 1853, in: Alexander von Humboldt und Cotta. Briefwechsel, hg. v. Ulrike Leitner unter Mitarbeit von Eberhard Knobloch, Berlin 2009, S. 292.
2 Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Fünf Schlösser. Altes und Neues aus der Mark Brandenburg, hg. von Rolf Toman, Köln 1997, S. 196.


Beneke-Edition
Bogenallee 11
20144 Hamburg
www.ferdinand-beneke.de

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