Bonmots - Ferdinand Beneke – Die Edition


F E R D I N A N D
B E N E K E

(1774 – 1848)
D i e  E d i t i o n
Kohle- und Kreidezeichnung von Minna Christine Rist (1809 - 1849)  Quelle: Staatsarchiv Hamburg

F E R D I N A N D
B E N E K E

( 1 7 7 4 - 1 8 4 8 )
D i e  E d i t i o n

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( 1 7 7 4 - 1 8 4 8 )
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( 1 7 7 4 - 1 8 4 8 )
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Bonmots

Kosmos Beneke
„Wahrlich! es ist oft witziger, ein bonmot zu unterdrücken, als es zu sagen, denn dieser Stimmung gehts am Ende, wie der zweyten Violine; sie begleitet nur, aber sie spielt nie allein.“

(Tagebuch: 02.09.1797)
Ferdinand Beneke schätzte geistreiche und witzige Formulierungen. So findet sich in Benekes Nachlass eine in den 1790er Jahren von ihm zusammengestellte Sammlung von „Bonmots“, auf die er in seiner Lektüre stieß.

An diese Tradition anknüpfend folgen hier unsere Lieblings-Zitate aus den Beneke-Tagebüchern.
Bonmot des Monats Januar:
Wie vor einem Jahr lacht das neue Jahr die Erde an. Gott gebe, daß das die einzige Aehnlichkeit sey, die es mit dem alten habe.“

(Tagebuch: 1. Januar 1808)

Noch mehr Bonmots:
„Seitdem ich Dir zuletzt schrieb, ist die Wahl für den Prasidenten zu Gunsten des democratischen Candidaten ausgefallen! Mich ärgerte es, da ich immer gegen die Pöbel Ansichten bin, aber freilich sind in diesem Lande die politischen Verhältniße so verschlungen, daß man eigentlich gar nicht recht weiß, wo die Democraten & wo die Aristocraten denn eigentlich stecken! Z. B. gehören die großen Pflanzer & Sclavenbesitzer des Südens zur s. g. Democratischen Parthei! – Die große Aufregung der Wahlzeit ist längst spurlos vorüber; es ist doch allerdings merkwürdig, daß so etwas ohne Unruhen in einem Lande ohne Polizei und ohne Militair abgehen konnte!! – Alles unpartheiisch erwogen, glaub’ ich doch, daß die Wahl so beßer ist, als wäre der Candidat der andern Parthei gewählt; wenigstens so weit es den Handel betrifft.“
(Alfred Beneke am 31. Dezember 1844 in einem Brief aus New York an seinen Vater Ferdinand Beneke)


„Heute eher schlimmer, als beßer (scheinbar Rückfall.) – Elendes Zumutheseyn! – Geduld übt, macht am Ende stark, doch die Kreatur seufzt noch.“
(Tagebuch: 5. November 1841)


„Mittag war ich für das mal bey dem „offiziellen“ Feste, welches von der Bürger Wehr im Schimmelmannschen Hause veranstaltet war, und wozu Senat, Oberalten, Ministerium, u. v. a. bürgerl. Departements eingeladen werden. Diese Behörden hatten sich heute zahlreich eingefunden, u. Fälschlich und Ehrlich saßen einträchtig bey einander, Ein Mund Ein Magen, wenn auch nicht Ein Herz Eine Seele.“
(Tagebuch: 18. Oktober 1819)


„Carolinens Seele hatte heute recht ihren beßten Beaujour, u. ihre Allianz mit der lieblichen Gestalt des Mädchens machte mirs schwer, mich nicht zu verlieben, – was ich nemlich durchaus nicht will, es sey denn nach der Hochzeit dann, u. wann.“
(Tagebuch: 7. September 1806)


Betrachtungen über das Wetter dieses kühlen, u. naßen Sommers, deßen Hundstage sogar oft Ueberröcke foderten.
(Tagebuch: 17. August 1815)


Um 5. [...] nach Karolinenhof, wo wir in dem Zustande gekochter Suppenhühner ankamen., indeß dem allenungeachtet gar freundlich, u. holdselig von allen Geliebten empfangen wurden.
(Tagebuch: 1. Juli 1826)


„Die Leute haben da ordentlich eine Art Verschwörung mit allen zubehörigen Objekten als da sind: Gerechte Sache – Unterdrückung – Despotie – Oligarchen usw.“
(Tagebuch: 11. Juli 1797)


„Rathhaus biß 4. So wie die Cholera näher rückt, gewinnt auch auf dem Rathhause Alles ein neues Ansehen; Maaßregel über Maaßregel, – alles in größester Eile, u. morgen schon wieder abgeändert, denn der Feind ist so neu, wie er unsichtbar ist; ...“
(Tagebuch: 7. September 1831)


„Mein Umgang mit mir selbst hat mich verwöhnt.
(Tagebuch: 26. September 1801)


– Spiritualia, u. Eyerkuchen –
(Tagebuch: 11. Januar 1814)
  

... außer m. festen Garnison von Leiden noch DurchmarschEinquartirung rheumatischkatharralischstomachalischer Feinde, – welch’ hübscher Nahmen!
(Tagebuch: 29. Mai 1825)
 
 
Die beyden Frauenzimmer sind auch nicht ungebildet. Sie lesen Jean Paul, u. verstehen ihn gr. Theils.
(Tagebuch: 18. Dezember 1799)
 
 
Morgens wie gewöhnlich
(Tagebuch: 7. Januar 1802)
 
 
– Jetzt giebts zuweilen recht fatale Stimmungen in mir.
(Tagebuch: 30. März 1818)
 
 
– Kurzum, es war ein Hundstag! –
(Tagebuch: 2. August 1830)

Beneke-Edition
Bogenallee 11
20144 Hamburg
www.ferdinand-beneke.de

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